Myriade
Karin Suter
Galerie Freymond-Guth & co Fine Arts, Langstrasse 84
Bis 22. März (Finissage 19 Uhr
Evelyne Baumberger Direkt dem Ausstellungsraum scheinen sie entwachsen zu sein, die leichten, wilden Malereien und die Objekte aus gefundenen Gegenständen, welche Karin Suter momentan in der Galerie Freymond-Guth zeigt. So nehmen die Ölbilder – wohl zufällig – die Struktur der sich ablösenden Farbschichten der bröckelnden Zwischenwand auf. Und auch die Objekte, vergipste Schüsseln, direkt auf ein unregelmässiges Holzstück aufgetragene Farbe oder ein in Grünspan-Ton bemalter, an die Wand gelehnter Eisenstab, werden erst auf den zweiten Blick wahrgenommen. Die 28-jährige Basler Künstlerin fordert auf, genau hinzusehen.
Karin Suter, nest, 2008. found objects. Bild: Karin Suter zvg.
Karin Suters Zeichnungen, die sie indirekt über farbiges Kohlepapier aufträgt, lassen an Loredana Sperinis genähte Bilder denken. Jedoch geht Suter in der Auflösung des Motivs weiter als Sperini, bei den Arbeiten sind keine konkreten Dinge, Menschen oder Landschaften zu erkennen. Trotzdem wirken sie räumlich, und man kommt sich vor wie geblendet, schaut genau hin, blinzelt und versucht, auch in den weissen Stellen noch etwas zu sehen. Licht und Schatten treffen sich, oszillieren wie in einem Gewirr von Laub, durch das die Sonne scheint, doch das Bildmotiv entgleitet einem wie eine flüchtige Erinnerung, gerade wenn man denkt, es endlich gefasst zu haben.
Karin Suter, madonna, 2008. cabon paper drawing. Bild: Karin Suter zvg.
Ähnlich wirken Suters Malereien, obwohl dort – zumindest bei denen in der aktuellen Ausstellung – ganz klar Landschaften zu sehen sind. Durch gezielten Farbeinsatz schafft Suter Tiefe, doch auch hier bleibt es ein flüchtiger Eindruck – Farbkleckse ziehen sich wie Spuren eines sich windenden Lebewesens über die Leinwand, hin und wieder bricht ein leuchtendes Neongelb zwischen den gedeckten Grüntönen hervor, man glaubt, einen den Himmel widerspiegelnden See zu erkennen. Es sind wilde, unfreundliche Landschaften, die Karin Suter malt, verlassen, wie in einem Traum, Seelenlandschaften.
Karin Suter, dorn, 2007. öl auf leinwand. Bild: Karin Suter zvg.




5 Antworten bis hierher ↓
karin // 10. März 2008 um 9:50 |
hey – schön…
merci k.
jc // 13. März 2008 um 12:56 |
ja danke— gute beobachtungen und feine worte
caro // 18. März 2008 um 10:13 |
ui, die ausstellung will ich unbedingt noch sehen! noch einen kleinen veranstaltungshinweis am 23. märz, auch im perla moda: buchvernissage von mayo’s t-schört büchlein, ab 17 uhr, konzert von evelinn trouble ab 19 uhr. vielleicht magst du das unter den vernissagen listen…. lg, c
claus // 19. Oktober 2009 um 6:49 |
Eine spannede Ausstellung. Der Blog hier ist ja etwas ruhiger geworden. Wird’s demnächst ein revival geben?
evelyne // 26. Oktober 2009 um 1:57 |
lieber claus, der blog wird wohl so ruhig bleiben… es war ja ein diplom-projekt und danach bin ich nicht mehr dazu gekommen, das ganze zu organisieren. lieber gruss, evelyne