Gegen Weiss I
Ina Bierstedt, Lukas Salzmann
White Space, Militärstrasse 76
Bis 21. Juni
Elena Richter Die Ausstellung „Gegen Weiss I“ im White Space zeigt Bilder der Berlinerin Ina Bierstedt und des Zürchers Lukas Salzmann, die sich beide mit dem „Pulsieren der Ruhe“ befassen, sich dem Thema aber von zwei ganz unterschiedlichen Seiten nähern. Ina Bierstedt schafft „bewegte Stillleben“, Lukas Salzmann „Momentaufnahmen einer Bewegung“. Diese drei Übertitelungen stammen von mir, aber ich finde, sie passen gut zu ihren Werken.
Ina Bierstedt hat einen schwungvollen Malstil, kurze, feine Striche und Tupfen. Grün und Gelb sind die dominanten Farben und am Horizont ein wenig Rot, wie ein Gewitterleuchten in der Ferne.

Bild: White Space.
Das Bild mit dem Titel „Glashaus“ ist mein Liebling: Ein Treibhaus inmitten eines blühenden Feldes. Auf mich macht das Bild den Eindruck, als befänden wir uns auf einem chinesischen Reisfeld. Regen fällt, Ruhe und Besonnenheit herrschen. Und es scheint nicht nur, als würde es im Bild drin regnen, sondern auch auf das Bild drauf. Die Farben laufen ineinander über, Schlieren ziehen sich von oben senkrecht über die Bildfläche. Meiner Meinung nach ein durch und durch ruhiges Bild also. Wären da nicht die „Bewegungslinien“, wie ich sie nenne. Auf der Abbildung entdecke ich sie zwar nicht wieder, doch das Original besitzt eine Art von Linien, die den Betrachter in das Bild „hineinsaugen“ und auf eine unbestimmte Mitte hinführen. Eine faszinierende Dynamik entsteht dadurch. Ich suche die Mitte und finde sie nicht. Ich versuche aus dem Bild rauszukrabbeln und schaffe es nicht, denn ich rutsche immer wieder in das Bild hinein, so als würde ich auf den matschigen Feldwegen über den Boden schlittern.
Aus Lukas Salzmanns Bildern kommt man leichter wieder heraus. Mehr noch, der Künstler unterstützt sogar die Bewegung nach draussen. Zum einen lässt er seinen Bildern einen grosszügigen weissen Rand, über den sich die Farbe ausdehnt. Zum anderen malt er üppige Wolkenhimmel, deren Natur es ist, sich nicht zusammenzuziehen, sondern auszudehnen. Der Betrachter beginnt in der Mitte des Bildes, die aus alten schwarz-weissen Zeitschriftenfotos besteht. Hier reckt sich ein Baum in die Höhe, dort wächst ein Gebäude in den Himmel, vermischt sich mit den Pinselstrichen des Malers und franst, je weiter weg von der Mitte umso mehr aus. Betrachtet man Lukas Salzmanns Bilder aus einiger Entfernung, kann man sich an Assoziationsbilder aus der Psychoanalyse erinnert sehen, die wie Tintenkleckse daherkommen, nur um von jedem Betrachter unterschiedlich interpretiert zu werden. So kommt das Ungewisse in Lukas Salzmanns Bildern zum Vorschein, gepaart mit einem Hauch von Sehnsucht, der durch die abgewandten Personen und ihre auf den Fotos unkenntlich gemachten Gesichter gezeigt wird.


1 Antwort bis hierher ↓
gruppe edvard kunzt // 29. Juni 2008 um 10:17 |
Zur schweizerischen Kulturförderung
Der Eidgenössische Wettbewerb für Kunst wird seit 1994 jedes Jahr im Vorfeld der Art Basel durchgeführt. Die Erregung entsteht dabei beispielsweise durch das Beobachten des Ausscheidungsvorgangs, den Anblick von Kunst oder auch durch direkten Körperkontakt. Jedes Jahr reichen über 600 Kunstschaffende, ArchitektInnen und VermittlerInnen unter 40 Jahren für die erste Runde ein Dossier ein. Auch das Aufhalten des Ausscheidungsvorgangs bis zum Kontrollverlust und die dadurch entstehenden Gefühle können zum Lustgewinn führen. Rund 80 Arbeiten werden anschliessend für die zweite Runde ausgewählt und in der Ausstellung «Swiss Art Awards» gezeigt, die gleichzeitig zur Art in der Messe Basel stattfindet. Die eigene oder fremde Kunst wird dabei häufig auf dem eigenen oder fremden Körper verschmiert. Menschen mit geschwächtem Immunsystem sollten vom Schleimhautkontakt mit Kunst absehen.
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