Verwöhnte Jungs

Spoiled Boys
Gino Rubert
Artrepco Gallery, Ankerstrasse 24
Bis 3. Mai 2008

Ratchanee Fürst Auf den ersten Blick scheint, als würde der Mann von der Frau gequält, doch bei genauerem Betrachten erscheint einem alles klarer. Gino Ruberts Gemälde erzählen von Konfliktsuchenden, abhängigen und erfahrenen Liebenden, wobei aber immer die Frau diejenige ist, die die Fäden zieht. Der Mann, immer hilflos und gefesselt dargestellt, oft wie eine Made herunter hängend, lässt es sich gut gehen. Wie es der Name der Ausstellung schon ausdrückt, wird das männliche Geschlecht nur verwöhnt und vereitelt. Ob dies noch unserer Realität entspricht?

gino rubert1

Bild: Gino Rubert. Spoiled Boys. zvg

Von der Frau gefüttert, liebkost und unterhalten, zeigt sich das eigentliche starke Geschlecht eher von der schwachen Seite, und räumt den Platz, für die immer schon ehrwürdige Muse.

Inspiration fand der 39-jährige, in Mexiko geborene und jetzt in Barcelona lebende Künstler in seiner Liebesbeziehung und der wilden Natur Argentiniens. Zur Zeit der Entstehung seiner Kollektion zu „Spoiled Boys“ weilte er im Elternhaus seiner Freundin, umgeben von üppiger Landschaft.

Gino, der die Parsons School of Design in New York besuchte und jetzt an der Kunstschule in Barcelona unterrichtet, malt frisch, bunt und jugendlich, als wäre die Liebe in den Kinderschuhen stecken geblieben. Seine Bilder strahlen etwas magisch surrealistisches aus, aber auch realistisches. Fortwährend tauchen sorgfältige Foto-Collagen inmitten seiner Malereien auf. Gino beweist auch, dass er ein feines Gespür für kleine Details hegt, wie etwa die Unterwäsche der Muse, welche unter einem transparenten Rock hervorblitzt. Oder auch die roten Schuhe! Gino verriet, dass er sich eines Tages vom Schuhkauf seiner Freundin inspirieren liess. Am Tag seiner Vernissage durfte das Original neben dem gemalten Paar bestaunt werden.

Gino Ruberts emotionale Welt wird in zahlreichen Ausstellungen in Galerien, Kunstzentren und Museen rund um den Globus gezeigt, unter anderem im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia (Madrid), im Künstlerhaus Bethanien (Berlin), im Akioshiday Art Village (Japan), im Museo de la Universidad Nacional de Bogota (Kolumbien) und im Musée Edgar Melik (Cabriers, Frankreich).

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s