Unsichtbares Feuer

Elysium Dream
Maximilian Zentz Zlomovitz

Karma International
,
Richard Wagner-Strasse 16
Bis 22. November

Elena Richter Links eine eiserne Maske, rechts aus Augen und Nasen blutende Rockstars, in der Mitte ein Raumschiff im Weltall. Dazwischen unsichtbares Feuer, das die Kunstgegenstände unablässig verzehrt.

Nein, ich spreche weder vom Schrein eines Fetischisten, noch von einem Fantasygruselkabinett; ich spreche von der Ausstellung „Elysium Dreams“ des Berliner Künstlers Maximilian Zentz Zlomovitz.

Auf kleinstem Raum haben die beiden Kuratorinnen Marina Leuenberger und Karolina Dankov eine Ausstellung hervorgezaubert, die ihre Bewunderung und Begeisterung für die Arbeit von Maximilian Zentz Zlomovitz bereits beim Betreten des Raumes spürbar macht.

Das Fetischhafte habe sie fasziniert, sagt Marina Leuenberger und weist auf die verbrannten Ränder und die zerflossene, verschmierte Oberfläche der Bilder. Auch habe sie sich für die eigene Formensprache des Künstlers begeistert, die keinerlei Repetition und Imitation in sich trage. Das Material sei immer spannend und unerwartet eingesetzt.

Bei diesen Worten wandert mein Blick zu dem Halbkreis aus Spiegeln, der einen verkohlten Taschenrechner, eine ausgebrannte Videokassette auf einem Stuhl ohne Fuss, und den Hals einer Tischlampe, ohne Glühbirne und Kopf, umfängt. An den Sitz wurde ein rotes Etwas gekettet, das sich im Halbkreis der Spiegel wieder und wieder bricht. Ein Raumschiff, keine Frage. Das Raumschiff „Elysium Dream“, das durch das Weltall rast und das entstanden ist, nachdem Maximilian Zentz Zlomovitz einen Roman gelesen hat, in dem ein Junge zu viel LSD zu sich nimmt.

Elysium Dream

Maximilian Zentz Zlomovitz, Elysium Dream 2008. Bild: Karma International

Dem Raumschiff gegenüber steht eine verbeulte Tonne, durch die ein Rohr getrieben wurde. Die Tonne wurde so besprayt, dass sie wie ausgebrannt aussieht. In ihr drin liegt eine verbrannte Plastikschleife. Auch hier zeigt sich wieder das Element des Feuers, das alle Gegenstände dieser Ausstellung erfasst hat. Ein Feuer, das den Kunstwerken inhärent ist, ein Feuer, das sich zwar gerade ausruht, während ich die Gegenstände betrachte, das aber sofort wieder ausbricht, wenn ich mich umdrehe und gehe – dessen bin ich mir sicher.

Analyse

Maximilian Zentz Zlomovitz, Analyse 2008. Bild: Karma International

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